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Literaturkreis Ehra-Lessien blickt über den Tellerrand

 Zahlreich waren die Freunde des Literaturkreises Ehra-Lessien der Einladung zu einem etwas anderen Abend gefolgt. Der seit nunmehr einem Jahr in Ehra ansässige Syrer Isham Hashem hatte sich einige Wochen vorbereitet, um über seine ehemalige Heimat zu berichten. In einer kurzweiligen Präsentation zeigte er Bilder über Land und Leute.

 

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Isham Hashem trug seinen Vortrag in einem gut zu folgenden Deutsch vor, hier konnte man sehen bzw. hören wie intensiv der Deutschunterricht von den Syrern angenommen wird. Man konnte erfahren wie die Menschen leben und worauf beim Bau ihrer Häuser geachtet wird. Man musste feststellen, dass es hier einige Unterschiede zu unseren Eigenheimen gibt. Isham Hashem wies allerdings darauf hin, das die vorgestellten Häuser den wohlhabenden Familien vorbehalten sind. Er spielte immer wieder kleine Filme ein, die über die Sehenswürdigkeiten in den Städten berichteten. Eckdaten über das Land, wie Größe, Einwohner je Quadratmeter und vieles mehr konnte man erfahren. Es gab einen Überblick über die Glaubensrichtungen, die Moscheen und Kirchen und über die Vielzahl an Weltkulturerben.

 

Staunend saßen die Zuhörer beim Bericht über die vielfältige Vegetation. Strand, Berge und viel Wüste erstrecken sich über das ganze Land. Die meisten Bilder zeigten das Land aber aus der Sicht vor dem Krieg und so musste Isham Hashem zum Ende seines Vortrages den Blick auf die aktuelle Situation  bringen. Auch wenn es für viele der Zuhörer nur schwer zu ertragen war wieder die Bilder, die wir alle aus dem Fernsehen kennen, von leidenden und blutüberströmten Kindern zu sehen, so war es für Isham Hashem wichtig gerade auch diese Bilder zu zeigen. Es sind diese Bilder, die einen verstehen lassen, warum die Menschen aus Syrien flüchten. Es sind genau diese Bilder, die man den Menschen zeigen muss, die immer wieder sagen, dass es doch so schlimm nicht sein kann um bei uns um Asyl zu bitten.

 

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Anschließend hat der ebenfalls in Ehra-Lessien wohnende Landsmann von Isham Hashem, Mohammad Dabuhl, zahlreiche Fragen der Zuhörer beantwortet. Er hat auch über seine ersten Eindrücke berichtet, als er ins Camp nach Lessien kam. So hatte er sich Deutschland nicht vorgestellt. Doch inzwischen sind sie angekommen und hoffen hier richtig Fuß fassen zu können. Es war ein unterhaltsamer Abend, der sicher auch dem einen oder anderen Kritiker der Zuwanderungspolitik geholfen hätte zu verstehen, was einen Menschen dazu bewegt seine Heimat zu verlassen. Leider haben sie es versäumt sich ein objektives Bild über die Beweggründe unserer neuen Mitbewohner zu machen. Es ist offensichtlich leichter, seine Ängste über Facebook etc. zu verbreiten.

 

Im Januar soll es eine weitere Veranstaltung dieser Art im Literaturkreis Ehra geben. Hierauf bereiten sich bereits jetzt die neuen Mitbürger aus der Elfenbeinküste vor.



2016-11-01

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