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Ehra-Lessien wird Erstaufnahmelager und die Bürgermeisterin informiert nicht?

Wie der Presse zu entnehmen ist, wird das Kasernengelände auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz nicht mehr Wohnanlage für Asylbewerber sein, sondern zukünftig vom Land Niedersachsen als Erstaufnahmelager zur Verfügung stehen.

In der Bevölkerung wird zurzeit viel darüber diskutiert. Ein Thema ist immer wieder die schlechte Informationspolitik gegenüber der Bürger vor Ort.

Als Bürgermeisterin der Gemeinde wird mir vorgeworfen, die Bürger nicht rechtzeitig zu informieren. Dazu möchte ich an dieser Stelle wie folgt Stellung beziehen:

Zur Urlaubszeit im August, wurde ich von Landrat Dr. Ebel informiert, dass der Landkreis plant, die Unterkunftszahl in der Wohnanlage bis auf ca. 500 Personen aufzustocken.

Ich bat bei diesem Gespräch darum, dass schnellstmöglich eine Bürgerversammlung in der Gemeinde Ehra-Lessien angesetzt werden sollte, damit die Bevölkerung aus erster Hand informiert wird.

Auch nur aus der Presse erführ ich, dass der Landkreis Gifhorn das Gelände dem Land Niedersachsen dann aber als Erstaufnahmelager vorgeschlagen hat.

Gleich nach meinem Urlaub sprach ich mit der Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann einige Termine für „das Dorfgespräch“ ab und sandte diese an den Landrat, der sich aber noch im Urlaub befand.

Am 28.08. erhielt sich die Rückmeldung, dass Landrat Dr. Ebel und weitere Vertreter des Landkreises für die Bürgerversammlung am 01.10.2015 in Lessien zur Verfügung stehen.

Am Mittwoch den 09.09. erhielt ich um 13.00 Uhr einen Anruf von Dr. Ebel, dass an diesem Tag Vertreter des Niedersächsischen Innenministeriums das Gelände begutachtet haben und es als Erstaufnahmelager geeignet sei. Um 14.00 Uhr sollte dann die Kreisausschusssitzung sein, auf der Beschlossen wurde, dass das Gelände als Erstaufnahmelager zur Verfügung steht.

Um 15.00 Uhr des gleichen Tages hat die Landesregierung eine Presseerklärung herausgegeben.

Am Donnerstag, den 10.09.2015 war dann die Information in allen Medien.

Am 01.10.2015 um 19.00 Uhr im Schützenheim in Lessien haben die Bürger die Möglichkeit sich über die aktuellen Ereignisse und Unterbringungsmodalitäten zu informieren, Bedenken äußern und Fragen zu stellen.

Anwesend sein werden: Vertreter des Niedersächsischen Innenministerium, Landrat Dr. Andreas Ebel mit weiteren Vertretern der Landkreisverwaltung und Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann. Des Weiteren sind Vertreter von Polizei und Feuerwehr hinzugeladen.

Als Bürgermeisterin der Gemeinde setze ich mich dafür ein, dass für alle Bürger die gleichen Rechte und Möglichkeiten vorhanden sind, ob es bessere Busverbindungen sind oder die Nahversorgung, die Sicherung aller Bürger oder der Feuerschutz.

Sollten Arbeitssplätze entstehen, setze ich mich dafür ein, dass Bewerbungen von Bürgern unserer Gemeinde bevorzugt werden.

Ich werde mich aber nicht dafür einsetzen rechte Parolen zu unterstützen.

Nur weil ich das Glück habe hier geboren zu sein, bin ich nicht berechtigt anderen hilfesuchenden Menschen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu verweigern.

Auch wenn das Kasernengeländer nicht mehr Wohnanlage, sondern als Erstaufnahmeunterkunft genutzt wird, brauchen wir dringend ehrenamtliche Helfer für die Kleiderkammer, Fahrradwerkstatt und Kinderbetreuung.

Danke an die Bürger, die jetzt schon aktiv sind.

Ich erwarte, dass viele Bürger den Termin am 01.10.2015 im Schützenheim in Lessien für Informationen aus erster Hand wahrnehmen. 

 

 

Jenny Reissig
Bürgermeisterin
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2015-09-15

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